Chronik zur Geschichte der Stuttgarter Akademie:
1922-1925: Heinrich Meng (Stuttgart),
Erich Fromm und Frieda Fromm-Reichmann (Heidelberg) treffen sich in Stuttgart
und bilden den Kern einer Südwestdeutschen psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft,
an deren Arbeitstagungen auch Georg Groddeck teilnimmt.
1923: Julie
Aichele gründet in Beuren das „Haus Aichele“, ein psychotherapeutisches
Kinderheim.
1926: Gründung
der „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“ durch Heinrich Meng
(analytische Ausbildung in Wien und Berlin) und Ernst Schneider (analytische
Ausbildung in Zürich) mit Sitz in Stuttgart und später in Wien.
Anna Freud und Paul Federn werden Mitherausgeber.
1927/1929: Pädagogische
Wochen dienen der Einführung von Erziehern, Lehrern und Ärzten in die
psychoanalytische Pädagogik. Zu Vorträgen kommen Siegfried Bernfeld, Gustav
Hans Graber, Wilhelm Hoffer, Karl Landauer und Hans Zulliger.
1928: Der
Schweizer Pädagoge Ernst
Schneider kommt aus Riga zur Arbeitsgemeinschaft.
1929: Gründung
des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts durch Heinrich Meng, Karl
Landauer, Erich Fromm und Frieda Fromm-Reichmann. Heinrich Meng zieht nach
Frankfurt und leitet mit Karl Landauer das Institut, das mit dem Institut für
Sozialforschung (Theodor Adorno und Max Horkheimer) zusammenarbeitet.
1930: Gustav Hans Graber, Hermann Gundert, Erwin
Hirsch, Ernst Schneider
und Felix Schottländer
bilden die Stuttgarter psychoanalytische Arbeitsgruppe.
Die „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“ wird deren Publikationsorgan.
In der gleichen Zeit bildet sich ein Jungscher
tiefenpsychologischer Arbeitskreises um Dr. Stockmeyer mit Julie Aichele,
Adolf Weizsäcker und Olga von König-Fachsenfeld. Marie und Wilhelm Laiblin
sowie Jutta von Graevenitz kommen später hinzu.
1932: Der
Internationale Psychoanalytische Kongress in Wiesbaden wird von der
Südwestdeutschen psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft organisiert.
1933: Nach der
Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wird eine öffentliche
Vortragsreihe der Stuttgarter psychoanalytischen Arbeitsgruppe durch die SA
und die SS boykottiert.
Das Frankfurter psychoanalytische Institut wird von den
Nationalsozialisten geschlossen.
Die Dozenten emigrieren, Heinrich Meng geht in die Schweiz nach
Basel.
1935: Die
Stuttgarter psychoanalytische Arbeitsgruppe veranstaltet in Basel eine Tagung
mit Schweizer Psychoanalytikern an der auch Felix
Boehm, der damalige Vorsitzende der Deutschen Psychoanalytischen
Gesellschaft (DPG), teilnimmt. Die Stuttgarter psychoanalytische Arbeitsgruppe
erhält den Status einer „Arbeitsgruppe der DPG“.
1936: Die
psychotherapeutischen und psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaften und
Gesellschaften beginnen die Mitgliedschaften zu arisieren und die
theoretischen Inhalte mit dem Ziel der Entwicklung einer „Deutschen Psychotherapie“
gleichzuschalten.
Sie unterstellen sich dem „Deutschen Institut für psychologische
Forschung und Psychotherapie“ in Berlin, das von Matthias Heinrich Göring
geleitet wird. Mitglieder können dort alle „tätigen Psychotherapeuten“ werden,
also Ärzte und „Nicht-Ärzte“.
1937: Felix
Boehm regt anlässlich eines Vortrages die Gründung einer Stuttgarter
Arbeitsgemeinschaft des „Deutschen Instituts“ an.
1938: Die
Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft und die Stuttgarter Arbeitsgemeinschaft
werden aufgelöst.
Die Stuttgarter Arbeitsgemeinschaft wird zur Zweigstelle Württemberg-Baden
des „Deutschen Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie“.
Mitglieder der „Zweigstelle des Deutschen Institutes“ werden auch viele Nervenärzte,
die vorher im 1924 gegründeten „Ärztlich-Psychologischen Institut unter der
Leitung von Georg A. Roemer zusammengeschlossen waren. Roemer ist bis 1941
Leiter der Zweigstelle. Der Ausbildungsbetrieb wird fortgesetzt, M. H. Göring
kommt zu Abschlussprüfungen nach Stuttgart.
Die Psychoanalytiker jüdischer Abstammung, unter anderen Erwin
Hirsch, emigrieren oder werden, wie Felix Schottländer, mit Lehrverbot
belegt.
1945: Das
„Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie“ wird nach
dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten durch die Alliierten aufgelöst.
1946: Gründung
der „Stuttgarter Arbeitsgruppe für Psychotherapie“, die von Hermann Gundert
und Felix Schottländer geleitet wird. An der Gründungssitzung am 1.4.1946
nehmen Gustav Bally aus Zürich sowie Alexander Mitscherlich und Viktor von
Weizsäcker aus Heidelberg teil.
Auf Anregung der Arbeitsgruppe wird vom württembergischen
Kultusministerium eine Erziehungsberatungsstelle eröffnet.
Im gleichen Jahr wird die DPG als „Berliner Psychoanalytische
Gesellschaft“ wieder gegründet.
1947: Die 1946
von H. Kunz (Basel), A. Mitscherlich (Heidelberg) und F. Schottländer (Stuttgart)
gegründete Zeitschrift „Psyche“ erscheint zum ersten Mal und wird in den
darauffolgenden Jahren zum zentralen Publikationsorgan der Psychotherapeuten
aller Schulen.
1948: Gründung
des „Instituts für Psychotherapie und Tiefenpsychologie“ am 2. April 1948 durch
Hermann Gundert, Felix Schottländer
und Wilhelm Bitter,
der aus dem Schweizer Exil nach Stuttgart kommt.
Weitere Dozenten sind u.a.: Manfred Breuninger, Jutta von
Graevenitz, Lene Keppler, Marie und Wilhelm Laiblin, Olga von König-Fachsenfeld
und Vera Scheffens. Ursula Lässig kommt aus Berlin nach Stuttgart.
Vorbild des „Instituts für Tiefenpsychologie und Psychotherapie“
ist zunächst das „Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie“
mit dem Ziel einer schulenübergreifenden Psychotherapie, „Synopse“ genannt, in
der freudianische, jungianische und daseinsanalytische Gedanken verbunden
werden.
In dieser Tradition werden Lehrangebote von Dozenten verschiedener
„Schulrichtungen“ gemeinsam angeboten (Dreierseminare).
Die Zusammenschau jungianischer und freudianischer Psychotherapie
wird vor allem von Wilhelm Bitter
vertreten, der sowohl eine Psychoanalyse am Berliner Institut bei Felix Boehm
als auch eine Jungsche Analyse in Zürich absolviert hat.
In seiner 1948 veröffentlichten Schrift zur Angstneurose beschreibt
er exemplarisch die Beiträge beider Behandlungstheorien und legt zwei in den
jeweiligen Verfahren durchgeführte Analysen vor.
Das Institut richtet eine Erziehungsberatungsstelle (Leitung: W.
Laiblin), eine Poliklinik für Erwachsene (Leitung: Dr. Böhlendorf und Walter
Gollner) und eine Eheberatungsstelle (Leitung: Jutta von Graevenitz) ein.
Für diese Einrichtungen zur psychotherapeutischen Versorgung der
Bevölkerung erhält das Institut staatliche Unterstützung.
Zahlreiche Veröffentlichungen der Mitglieder des Instituts
erscheinen in der „Psyche“, später werden die Aufsätze der Arbeitsgemeinschaft
des Instituts in einem, im Stuttgarter Klett-Verlag erscheinenden, jährlichen
„Almanach“ veröffentlicht.
1949: Das
Institut verzeichnet ein großes Interesse und hat in diesem Jahr schon 270
Hörer. Wilhelm Bitter verzichtet, im
Einvernehmen mit der Mitgliedschaft, auf Druck der Ärzteschaft auf die
Ausbildung von „nichtärztlichen Psychotherapeuten“. Dieser Verzicht
ermöglicht die weitere staatliche Förderung des Instituts.
Neben den Ärzten werden, in der Tradition der Stuttgarter psychoanalytischen
Arbeitsgemeinschaft, Heilpädagogen (Psychagogen) ausgebildet. Frau Knehr
gründet eine Elternschule leitet diese über viele Jahre mit großem Erfolg.
Im
gleichen Jahr wird die „Deutsche Gesellschaft für Psychotherapie und
Tiefenpsychologie“ (DGPT) von Viktor von Weizsäcker, Wilhelm Bitter, Alexander
Mitscherlich und Tobias Brocher gegründet.
Die Gründung erfolgt mit dem Ziel, eine zerstörte Wissenschaft
wieder aufzubauen und unabhängig vom Grundberuf ein wissenschaftliches und
berufspolitisches Forum für Psychotherapeuten und Psychoanalytiker aller
Schulrichtungen sowie anerkannte Ausbildungsstandards zu schaffen.
1950: In der
Folge des Zerwürfnisses zwischen Carl
Müller-Braunschweig und Harald
Schultz-Hencke um die Bedeutung der Freudschen Psychoanalyse in der
DPG, das auf dem Kongress der „Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung“
(IPV) in Zürich im Jahr 1949 ausgetragen wurde, wird die „Deutsche Psychoanalytische
Vereinigung“ (DPV) von Carl Müller-Braunschweig in Berlin gegründet.
Die Stuttgarter Mitglieder verbleiben in der von Felix
Boehm weitergeführten DPG.
1952: Ein
Studiengang „Charakteranalyse“ wird für interessierte Akademiker (Juristen,
Psychologen und Theologen) angeboten.
Felix Schottländer verlässt die DPG, bleibt aber bis zu seinem Tod
1958 Mitglied des Instituts und der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung.
1957: Die
Mitglieder des Instituts beginnen sich nach außen zu öffnen und nehmen Kontakte
zu Psychoanalytikern in der Schweiz (u.a. Fritz Morgenthaler, Jacques Berna)
und England auf.
1958: Einführung
der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ für Ärzte.
1964: Wolfgang
Loch (DPV) kommt aus Heidelberg und wird auf den Lehrstuhl für Psychoanalyse
der Universität Tübingen berufen.
1965: Das
„Institut für Tiefenpsychologie und Psychotherapie e.V.“ erwirbt mit staatlicher
Förderung das Gebäude „Hohenzollernstrasse 26“ in Stuttgart.
1966-1973: Hans Schmid ist
langjähriger Geschäftsführer des Instituts.
1967: Die
wesentlich durch die DGPT gestaltete Richtlinienpsychotherapie wird in die
vertragsärztliche Versorgung eingeführt. Die Kosten psychotherapeutischer
Behandlung werden auf Antrag von den Krankenkassen übernommen.
Fritz Beese
(DPG) kommt aus Berlin und übernimmt die Leitung der neu erbauten
„Psychotherapeutischen Klinik“ in Stuttgart-Sonnenberg.
1968-1970: Die
verschiedenen psychoanalytischen Theoriebildungen - freudianischer,
jungianischer und neopsychoanalytischer Herkunft - werden verstärkt diskutiert
und voneinander abgegrenzt.
Die Repräsentanten der verschiedenen wissenschaftlichen Fachgesellschaften
(C.G. Jung, DPG und DPV), die im Vorstand und in der Weiterbildung zusammenarbeiten,
beschließen nach einigen Auseinandersetzungen, die Aus- und Weiterbildung
weiter zu differenzieren.
1970: Der Name
des Instituts wird in „Stuttgarter Akademie für Tiefenpsychologie und
analytische Psychotherapie“ geändert um zu verdeutlichen, dass unterschiedliche
Wissenschaften unter dem Dach der Akademie gelehrt werden.
1971: Einbeziehung
der nichtärztlichen Psychotherapeuten in die vertragsärztliche Versorgung im
Delegationsverfahren.
Die Ausdifferenzierung der verschiedenen Lehrangebote an der
Stuttgarter Akademie führt zur:
Gründung des Lehr- und Forschungsinstitutes „Stuttgarter Gruppe“
mit dem Ziel, die Zusammenschau (Synopse) der unterschiedlichen Formen von analytischer
Psychotherapie in Theorie und Praxis fortzuführen.
Gründung der Arbeitsgruppe Stuttgart der Deutschen Psychoanalytischen
Gesellschaft
(DPG)
„Neopsychoanalyse“.
Gründung der Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen der Deutschen
Psychoanalytischen Vereinigung (DPV), Zweiggesellschaft der Internationalen
Psychoanalytischen Vereinigung (IPV).
Gründung des C. G. Jung-Instituts außerhalb der Stuttgarter
Akademie in der Alexanderstrasse.
Wilhelm Bitter verlässt die
Stuttgarter Akademie.
Einige Jungianer verbleiben in der Stuttgarter Akademie und
schließen sich dem Lehr- und Forschungsinstitut „Stuttgarter Gruppe“ an.
1973: Die
Stuttgarter Akademie verabschiedet eine Grundordnung, die der Verfassung einer
privaten Universität entspricht.
Die Arbeitsgruppen werden als Fachbereiche I-III der „Stuttgarter
Akademie für Tiefenpsychologie und analytische Psychotherapie“ organisiert
und bieten inhaltlich und strukturell
unabhängige Ausbildungsgänge an.
Im Lehr- und Forschungsinstitut „Stuttgarter Gruppe“ können sich
Ärzte, Psychologen und Pädagogen zu Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
ausbilden lassen.
1978: Einführung
der Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ für Ärzte.
1988: 40-Jahr-Feier der Stuttgarter
Akademie im Kursaal in Bad Cannstatt zur Geschichte der Stuttgarter
Akademie mit Vorträgen von Thomas Beckh, Friedrich Beese, Günter Bittner,
Werner Bohleber und Wolfgang Neidhardt.
1997: Der
Arbeitskreis Weiterbildung an der Stuttgarter Akademie bietet
Weiterbildungsinhalte (tiefenpsychologisch fundiert) für Ärztinnen und Ärzte in
der Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an.
1998: Die Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen der
DPV verlässt mit ihrem Institut die Stuttgarter
Akademie.
50-Jahr-Feier
der Stuttgarter Akademie im Hotel Intercontinental in Stuttgart zur
Geschichte und zur Zukunft der Stuttgarter Akademie mit Vorträgen von Erwin
Tilch, Mario Erdheim und Nick Temple.
An der Diskussionsrunde zur Geschichte der Stuttgarter Akademie
nehmen Friedrich Beese,
Mario Erdheim, Hermann Roskamp, Theodor Seifert und Hans Schmid teil,
Moderation Maria Weckwerth.
An der Diskussionsrunde zur Zukunft der Stuttgarter Akademie nehmen
E. Bradley, Ingo Focke, Carola Leyh, Dorothea Meyer, Ursula Schulz, Nick
Temple, Erwin Tilch und Thomas Wesle teil, Moderation Helmut Schäberle.
1999: Verabschiedung
des Psychotherapeutengesetzes, das die Ausbildung und die selbständige
Berufsausübung „Psychologischer Psychotherapeuten“ regelt.
2000: Namensänderung
des Lehr- und Forschungsinstitutes „Stuttgarter Gruppe“ in Psychoanalytisches
Institut „Stuttgarter Gruppe“.
2001: Umfangreiche
Satzungsänderungen tragen der rechtlichen Verselbständigung der Institute in
der Folge der Umsetzung des Psychotherapeutengesetzes Rechnung.
Die Ausbildungshoheit wird von den Instituten übernommen, die als
Ausbildungsinstitute nach dem Psychotherapeutengesetz anerkannt sind.
Die Institute bieten jeweils Ausbildungen in
tiefenpsychologisch-fundierter und analytischer Psychotherapie nach dem
Psychotherapeutengesetz an.
Die Stuttgarter Akademie bleibt ein Mitgliederverein und
kooperiert mit den Instituten. Der Name wird in „Stuttgarter Akademie für
Tiefenpsychologie und Psychoanalyse e.V.“ geändert.
Das „Institut für Tiefenpsychologie und analytische Psychotherapie“
der „Arbeitsgruppe Stuttgart der DPG e.V.“ wird in „Institut für Psychoanalyse
der DPG Stuttgart“ umbenannt.
Die DPG wird als „Provisional Society of the Council“ in die IPA
aufgenommen. Dies ermöglicht die Einzelmitgliedschaft von Mitgliedern der DPG
in der IPA im Rahmen eines Evaluationsverfahrens.
2002: Die
Stuttgarter Akademie für Tiefenpsychologie und Psychoanalyse e.V., das
Psychoanalytische Institut „Stuttgarter Gruppe“ e.V. und die Arbeitsgruppe
Stuttgart der DPG e.V. bilden eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die
„Stuttgarter Akademie GbR“.
2003 Der
Arbeitskreis Weiterbildung an der Stuttgarter Akademie bietet für Ärztinnen und
Ärzte in der Facharztweiterbildung Kurse zum Erwerb Psychosomatischer
Grundkenntnisse sowie zum Erwerb von Kenntnissen in der Psychosomatischen
Grundversorgung an.
2005/06: Die Vorstände
der drei Vereine an der Stuttgarter Akademie nehmen an einer
Organisationsberatung teil, im Rahmen derer wichtige Fragen der Zusammenarbeit
und der Finanzierung des Hauses der Stuttgarter Akademie besprochen und geklärt
werden können.
2006: Die drei
Vereine an der Stuttgarter Akademie organisieren eine Veranstaltungsreihe
zu Ehren des 150. Geburtstages
von Sigmund Freud.
Das Psychoanalytische Institut „Stuttgarter Gruppe“ e.V. wird in
„Psychoanalytisches Institut Stuttgart e.V.“ umbenannt.
Das Psychoanalytisches Institut Stuttgart richtet einen
Ausbildungsgang „Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ für klinische Psychologen
nach dem Psychotherapeutengesetz ein.
Der Arbeitskreis Weiterbildung an der Stuttgarter Akademie bietet
in einem weiteren Kurs Weiterbildungsinhalte (tiefenpsychologisch fundiert) für
Ärztinnen und Ärzte in der Ausbildung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin
und Psychotherapie an.
2007: Der
„Weiterbildungskreis Psychotherapie“ (WBK) fusioniert mit dem „Arbeitskreis
Weiterbildung der Stuttgarter Akademie“ zum „Weiterbildungskreis Psychotherapie
der Stuttgarter Akademie“.
Der Weiterbildungskreis Psychotherapie der Stuttgarter Akademie
bietet Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung zum „Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie“, zum „Facharzt für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie“ sowie Ärztinnen und Ärzten, welche die Zusatzbezeichnung
„fachgebundene Psychotherapie“ erwerben wollen, die notwendigen
Ausbildungsinhalte für die „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ an.
Die Ausbildungsteilnehmer welche die „alten“ Zusatzbezeichung
„Psychotherapie“ erlangen wollen und beim WBK eingeschrieben waren, können Ihre
Weiterbildung bis zum 15.3.2011 im Weiterbildungskreis Psychotherapie der
Stuttgarter Akademie abschliessen.
Anmerkung:
Die Namensänderungen zurück zur „Psychoanalyse“ Sigmund Freuds an
der Stuttgarter Akademie greifen die geschichtlichen Ursprünge auf und beschließen
eine Entwicklung der Mitglieder in den Arbeitsgruppen und den von Ihnen
getragenen Ausbildungsinstituten.
Das Trauma der Psychoanalytiker in Deutschland, die Folgen der
Gleichschaltung der psychotherapeutischen Theorien im Nationalsozialismus
und der Abkoppelung von den Weiterentwicklungen in der internationalen
Psychoanalyse werden, über 50 Jahre nach Kriegsende, allmählich überwunden.
Die Pluralität der verschiedenen psychoanalytischen Theorien sind
mittlerweile Teil der Identität der an der Stuttgarter Akademie in
selbständigen Mitgliedsgesellschaften und Ausbildungsinstituten zusammengeschlossenen
Psychoanalytiker.
Die „Stuttgarter Akademie für Tiefenpsychologie und Psychoanalyse
e.V.“ gibt dem Psychoanalytischen Institut „Stuttgarter Gruppe“ und dem
„Institut für Psychoanalyse der Arbeitsgruppe Stuttgart der DPG“ ein Dach und ist als Mitgliedsgesellschaft
selbst in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten, Psychologen, Pädagogen und
anderen Berufsgruppen tätig.
Zusammengestellt von Dr. Thomas Wesle
Quellen:
Beese Friedrich (1988): Vorgeschichte,
Errichtung und Entwicklung eines psychoanalytischen Instituts der DPG (Deutsche
Psychoanalytische Gesellschaft) in Stuttgart
(Wissenschaftliches Symposium zum
40jährigen Bestehen der Stuttgarter Akademie für Tiefenpsychologie und
analytische Psychotherapie e.V. am 2. Juni 1988, Tagungsbericht)
Bitter Wilhelm (1948): Die
Angstneurose. Entstehung und Heilung.
Beiheft zur Schweizerischen Zeitschrift für Psychologie und ihre
Anwendungen, Heft 16, Bern (Huber)
Bohleber Werner (1986): Psychoanalyse
in Stuttgart
(Psyche 40, S. 377 - 411)
Tilch Erwin (1998): Eröffnungsvortrag
auf dem Symposium zum 50-jährigen Bestehen der Stuttgarter
Akademie
Pilz Ingrid (1995): Gedanken
über die Identität der „Stuttgarter Gruppe“
Vortrag auf einer internen Arbeitstagung des Lehr- und
Forschungsinstitutes „Stuttgarter Gruppe“