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„Zeitfragen“ Dienstagsvorträge an der Stuttgarter Akademie für
Tiefenpsychologie und Psychoanalyse |
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„Zeitfragen“
ist eine Vortragsreihe, in der sich seit 14 Jahren Psychoanalytiker mit
aktuellen gesellschaftlich relevanten Fragen auseinandersetzen. Im
Frühjahr 2012 startet die Reihe „Zeitfragen
– Psychonalytiker nehmen Stellung“ der Stuttgarter
Akademie, des Psychoanalytischen Instituts Stuttgart (PS) und des Instituts für
Psychoanalyse Stuttgart der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG). Vorträge zu Zeitfragen: Dienstag, 27. März 2012, 20:00 Uhr „Burnout – nur ein Zeitgeistphänomen oder
das Symptom der Postmoderne?“ Ein „Burnout“ gilt zwar nicht als eigenständige Krankheit, führt
aber doch zu massiven Ausfällen in der Arbeitswelt, zu erheblichen
Leidenszuständen bei den Betroffenen und zur häufigen Inanspruchnahme des
Gesundheitswesens. Mit „Burnout“ wird das Gefühl des vollständigen
Ausgebranntseins oder ein Zustand der totalen Erschöpfung bezeichnet. Oft
wird auch von einer arbeitsbezogenen Depression gesprochen. Der amerikanische
Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger prägte den Begriff „Burnout“ in den
1970er Jahren, der zu-nächst ausschließlich im Zusammenhang mit den
verschiedenen Pflegeberufen beschrieben wurde. Heute wird der Begriff
unabhängig von Beruf, Hierarchie und sozialer Schicht gebraucht. Im Vortrag
wird zunächst anhand von drei Fallbeispielen die Entstehung und
Aufrechterhaltung eines „Burnout“ aus psychoanalytischer Sicht erläutert.
Ferner wird dargestellt, wie sich Wahrnehmung und Häufigkeit des Syndroms in den zurückliegenden 40 Jahren im Kontext
gesellschaftlicher Veränderungen entwickelt haben und worin wesentliche
Unterschiede zu der ursprünglichen Perspektive aus den 1970-er Jahren
bestehen. Abschließend werden Behandlungsoptionen und Lösungswege aufgezeigt.
Frau
Dr. Dipl. Psych. Csilla Katrin
Koermendy, Psychoanalytikerin (DPG), Psychodynamische
Organisationsberaterin, Stuttgart Dienstag, 17. April 2012, 20:00Uhr „Identitätsbildung bei Kindern und
Jugendlichen – in Zeiten der Globalisierung“ Identitätsbildung hat einerseits mit Heimat und Wurzeln zu tun,
andererseits stehen heute globalisierte Angebote über die Medien zur Verfügung,
die vielfältige Möglichkeiten bieten und gleichzeitig zu großer
Verunsicherung führen. Kinder und Jugendliche haben in diesem Spannungsfeld
zunehmend Schwierigkeiten, sich eindeutig zu orientieren. Zusätzlich sind die
Identitäten der Eltern häufig nicht mehr von Kontinuität und Festigkeit
geprägt, was Abgrenzung und eigenes „Sich-Finden“ erschwert. Zu diesem
Themenfeld werden an diesem Abend aus der Praxis eines Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeuten Gedanken und Erfahrungen dargelegt und zum Austausch
darüber eingeladen. Herr
Dipl. Päd. Mario Biel, Analytischer Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut
(PS), Systemischer
Organisationsberater, Psychodynamischer Coach, Esslingen-Neuffen Freitag, 20. April 2012, 20:00 Uhr „Psychoanalytische Reflektionen zur
Staatssicherheit“ Die Psychoanalytikerin und
Autorin Annette Simon nähert sich dem Thema Staatssicherheit zunächst über
persönliche Reflexionen zu ihrer eigenen Stasiakte. Sie beschreibt, wie
brüchig der Boden auch heute wird, wenn man sich in das paranoide System der
Staatssicherheit und deren Aktenhinterlassenschaft begibt. Simon fragt, wie die
Verdrängung der stattgefundenen Verfolgung zur Zeit der DDR funktionieren
konnte und geht dabei besonders auf die Wirkung der von Paul Parin
(Psychoanalytiker und Anthropologe) beschriebenen Anpassungsmechanismen ein. Die Funktion der
Stasiunterlagen-Behörde wird von der Autorin besonders in dem
Erkenntnisgewinn über diese Anpassungsmechanismen und der Möglichkeit ihrer
Aufhebung gesehen, allerdings mit dem Preis der Wahrnehmung der verdrängten
Gefühle. Die Behörde diene so als Aufbewahrungs- und Verwaltungsort für das
Paranoide, an dem die geschehene Verfolgung mit einer gewissen Distanz
angesehen werden könne. Sie habe damit auch eine triangulierende Funktion
zwischen Verfolgern und Verfolgten. In
einer Abschweifung wird auf den Film „Das Leben der anderen“ und seine
verschiedenartigen Wirkungen eingegangen. Zum Ende des Beitrages reflektiert
Simon, ob die Stasiunterlagen-Behörde auch eine national-therapeutische
Wirkung in Deutschland habe. Frau
Dipl. Psych. Annette Simon, Psychoanalytikerin und Lehranalytikerin der
Arbeitsgemeinschaft für
Psychoanalyse und Psychotherapie Berlin (A.P.B.), Berlin Bei
Rückfragen: Jochen Lutscher-Lang, lutscher.lang@t-online.de oder Tel:
0711-7654977 Die
Vorträge richten sich sowohl an Fachleute als auch an interessierte Laien. Unkostenbeitrag
pro Abend: 8.- / 5.- € Die Vorträge sind zur Zertifizierung
angemeldet |
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Prospektanforderung: Stuttgarter
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